Apherese – Was ist das eigentlich?

Der Begriff Apherese leitet sich aus dem altgriechischen ab und bedeutet heraustrennen. Im weitesten Sinne versteht man unter einer Apherese- therapie das Heraustrennen bestimmter Bestandteile aus dem Blut.

Bei verschiedenen Stoffwechselerkrankungen kann das Blut mit gesundheits- schädlichen Substanzen beladen sein. In solchen Fällen kann mit der Apheresebehandlung eine Entladung dieser Stoffwechselprodukte ermöglicht werden. Dabei werden die Patienten kurtzzeitig - ähnlich wie bei einer Dialysebehandlung - an einen extrakorporalen Kreislauf angeschlossen. Das Blut wird über bestimmte Säulen geleitet, in denen die Entfernung der unerwünschten Substanzen stattfindet. Anschließend wird das auf diese Weise „gereinigte Blut“ wieder in den Körper des Patienten zurückgeleitet. Nach der Behandlung wird der Patient von der Maschine abgelegt und kann anschließend nach Hause gehen. Eine Apheresebehandlung dauert durchschnittlich etwa 2 Stunden.

Aphereseverfahren werden heute am häufigsten zur Behandlung von Stoffwechselstörungen eingesetzt. Bei der LDL Apherese wird LDL-Cholesterin entfernt, bei der LP(a) Apherese wird wird Apoprotein (a) aus dem Blut der Patienten eliminiert.

Neben den nun eingeführten Apheresetherapien bei Fettstoffwechsel- störungen gibt es noch weitere Indikationen für eine Apheresetherapie, die doch insgesamt nur selten zur Anwendung kommen. Aus diesem Grunde liegen für diese Therapieformen teilweise auch nur wenige kontrollierte Studiendaten vor. Apheresebehandlungen können möglicherweise zur Behandlung der entzündlichen Darmerkrankung (colitis ulcerosa) eingesetzt werden, ebenso zur Therapie des akuten Hörsturzes.


Checkliste Apherese
Lipidapherese
Das H.E.L.P.-Verfahren
 
Norm bzw. Grenzwerte:

Konkrete Grenzwerte für LDL-Cholesterin und LP(a) die eine Indikation für die Apherese ergeben, liegen zur Zeit nicht vor. Es gelten Empfehlungen nach der Arbeitsgruppe Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen der deutschen Gesellschaft für Kardiologie, dem erweiterten Vorstand der deutschen Arbeitsgemeinschaft für klinische Nephrologie und dem Göttinger Forum für LDL-Apherese.

Danach gilt: Wird bei einem Patienten mit Fettstoffwechselstörung heterozygoter Ausprägung durch therapeutische Maßnahmen das LDL-Cholesterin auf 100 mg /dl abgesenkt, so besteht immer noch das gleiche kardiovaskuläre Risiko wie bei einem Patient mit einem LDL-Cholesterin von 180 mg/dl ohne LDL Rezeptordefekt.